Messbarkeit im Innenstadtmarketing
von Brian Junker-Latocha
21.12.2025
Die Innenstädte sollen leben.
Wenn ich am Samstagmorgen in der Fußgängerzone mit meiner Frau durch die Geschäfte bummele, ist das für uns Lebensgefühl. Für die Läden ist es Lebensgrundlage.
Der E-Commerce greift von allen Ecken an -- doch der stationäre Einzelhandel trifft mich dort, wo ich bin. Wenn der stationäre Handel mit dem E-Commerce mithalten will, dann sollte er ihr nicht schlechter gestellt sein: Wo bleibt der quantitative Scharfblick der Online-Marketing-Industrie? Innenstadtläden können hinschauen, können messen, können lernen!
Das eine ist die Gesamtattraktivität der Innenstadt -- dafür ist die Politik zuständig. Doch das andere ist mein eigener Beitrag und meine eigene Fähigkeit, den bestehenden Fußgängerverkehr von meinem Mehrwert zu überzeugen.
Woher weiß ich, was wirkt?
Durch Beobachtung.
Messe, beobachte: Wisse, was wirkt!
Meine Herangehensweise
In Fußgängerzonen ist mein Schaufenster meine Visitenkarte. Das Anziehen von Laufpublikum ist ein wichtiges Standbein für Innenstadtläden und deren Standortvorteil.
Beim Musikhaus André in der Offenbacher Innenstadt erfassen seit sechs Wochen Sensoren das Interesse an Schaufensterexponaten.
Dieses einfache Prinzip benötigt keine personenbezogenen Daten und erfasst per Radar einen Halbkreis um den Sensor herum, der als Interessenszone definiert wurde. Der Sensor erkennt Schatten und gibt an, in welcher Entfernung (cm) sie sich aufhalten. Sobald ein Schatten länger als 10 Sekunden im Halbkreis bleibt, wird hoch eins gezählt und die Anwesenheit als Interesse gewertet. Es ist das Prinzip Spotify: Erst nach 30 Sekunden hören gilt das Anhören als Stream. Bei uns braucht es 10 Sekunden zum View.
Gleichzeitig haben wir in der Eingangstür eine Lichtschranke installiert, um später das Verhältnis von Schaufensterinteraktionen zu Ladeneintritten zu untersuchen. Diese Konversionzahlen können auch später zu Kassendaten in Verhältnis gesetzt werden.
Was hat Musik André davon?
Zunächst schaut Moritz André regelmäßig rein, um Tendenzen zu erkennen und Annahmen über den Verkehr, zu bestimmten Uhrzeiten, zu bestätigen oder widerlegen.
Außerdem kann das Musikhaus bereits zwei Schaufenster gegeeneinander vergleichen. Eines liegt weiter innen und zeigt sich derzeit als leicht "uninteressanter", vermutlich wegen seiner Ferne von der Straße. Wenn André jedoch mit anderer Ausstattung erleben sollte, dass dieses Fenster das straßennähere übertrifft, wäre dies z.B. ein Indiz dafür, dass sein Inhalt wesentlich attraktiver ist.
Kontakt
Wenn diese Gedanken und diese Vorgehensweise Ihr Interesse aktiviert haben, würde ich mich freuen, von Ihnen zu hören.
Herzliche Grüße
Brian Junker-Latocha
+49 176 444 20427
brian@junker-latocha.com
KI Junker-Latocha
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